Geschichte

Zu wenig Kapazitäten in Mucher Kindergärten und überhaupt kein Angebot für die Ganztagsbetreuung – diese Umstände veranlassten seinerzeit einige Mucher Eltern dazu, eine Lösung für sich und viele Andere zu suchen.
Komplett in Eigeninitiative wurden Finanzierungsmöglichkeiten kalkuliert und vielerlei Recherchen angestellt, um eine entsprechende Kindertagesstätte zu gründen. Unterstützung fanden die Eltern dabei in der Gemeinde sowie dem Paritätischen Wohlfahrtsverband.
So gelang es den Familien, sich durch alle Instanzen zu kämpfen und die Elterninitiative Purzelbaum e.V. im Herbst 1987 zu gründen.

Eine geeignete Immobilie fanden die Gründungsmitglieder in Niederwahn und bauten diese eigenhändig kindergerecht um. Pädagogische Mitarbeiter wurden gefunden und ein gemeinsames Konzept entwickelt. Großen Wert legte man dabei auf eine familiennahe Betreuung – ein Schwerpunkt, der bereits im Vorfeld für großes Interesse in der Bevölkerung sorgte. So waren schnell alle Plätze belegt, um die erste Kindergartengruppe des Purzelbaums zu eröffnen. Insbesondere berufstätigen Eltern konnte auf diese Weise geholfen werden – der Purzelbaum war die erste Mucher Einrichtung, die auch nach der Mittagszeit eine Betreuung von Kindern sicherstellte.

In Gesprächen mit Eltern der Gemeinde ergab sich schnell, dass auch für Kinder im Schulalter ein großer Betreuungsbedarf bestand. Eine öffentliche Umfrage konkretisierte die Nachfrage und gab den Anstoß zu einer Erweiterung um eine Hortgruppe, die auch die Betreuung von Schulkindern ermöglichen sollte.
Die Immobilie wurde entsprechend erweitert, um Räume für die Hausaufgabenbetreuung sowie Spielmöglichkeiten für zusätzliche Kinder zu schaffen.

In den folgenden Jahren wurde der Purzelbaum fortlaufend erweitert und das Umfeld optimiert – ob durch Spenden aus den eigenen Reihen, von Eltern organisierte Arbeitsgemeinschaften für Umbauten oder selbst durchgeführte Flohmärkte – die Kreativität und Einsatzbereitschaft der Vereinsmitglieder kannte keine Grenzen.
Ende 2007 erfolgte der Umzug in ein größeres Gebäude im Neubaugebiet Gippenstein, wo sich die Einrichtung noch heute befindet.

2008 wurde ein neuer Beschluss durch die Landesregierung gefällt, nach dem die Finanzierung der Horte komplett entfallen sollte. Eine große Herausforderung für alle Horte und viele Kindertagesstätten mit privatem Träger, die für viele Einrichtungen das Aus bedeuten sollte.
In der Purzelbaum e.V. wurden infolgedessen neue Arbeitsgruppen gebildet, mit deren Hilfe u.a. finanzielle und bauliche Neukonzepte erarbeitet wurden. So gelang es, auch die Frage nach einem rein privat finanzierten Hort gemeinsam zu lösen. Die qualifizierte Betreuung von Schulkindern war auch weiterhin sichergestellt.
Und auch die Gründung einer zweiten Kindergartengruppe konnte im Zuge dessen realisiert werden. Diese, sowie die neuen großzügigen Räumlichkeiten ermöglichen es seither, auch jüngere Kinder ab dem 2. Lebensjahr aufzunehmen und ihnen das Umfeld zu bieten, um altersentsprechend in den Kindergartenalltag zu finden.

Nachdem aufgrund fehlender öffentlicher Zuschüsse die Finanzierungssicherheit der privat geführten „Schulkinderbetreuung“ immer mehr ins Wanken geriet, musste die Mitgliedschaft Anfang 2017 die unumgängliche Entscheidung treffen und die Ära des „Schülerclubs“ doch wieder beenden.

Mit zukunftsorientiertem Blick wurde nun nach neuen Möglichkeiten gesucht, die freiwerdenden Räumlichkeiten weiterhin sinnvoll für Kinder und im Sinne des Vereins zu nutzen. Im Austausch mit Vereinsmitgliedern, Gemeindeverwaltung und anderen Behörden kristallisierte sich schnell heraus, dass eine Erweiterung des Betreuungsangebotes für unter 2jährige Kinder dem Bedarf vieler Familien in Much entgegen kommen würde. Neben den bestehenden Kindergartengruppen entstand im Sommer 2017 so die „Nestgruppe“ für Kinder ab 4 Monaten.

Das langjährige Bestehen der Purzelbaum e.V. und ihre schnelle Reaktionszeit bei notwendigen Veränderungen zeigt, dass sich hier eine bunt gemischte Gemeinschaft von Familien zusammen gefunden hat, die ihr Wissen in einer stabilen Trägerschaft vereint.